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Europäischer Weinritterorden: Zivilisation macht Pause

Alfred Rákóczi Tombor Tintera, der Consul des Europäischen Weinritterordens macht sich im Gespräch mit SCHNAPPEN.AT Ende April 2020 Gedanken zu Ursache und Auswirkung der Corona Krise. Für Consul Tombor steht fest, dass durch die gegenwärtige Corona-Pandemie plötzlich alles anders ist und der gewohnt hohe Standard im Lebensstil der Gesellschaft vorerst der Vergangenheit angehört.

Die Weinritter seien weiterhin den paneuropäischen Tugenden wie Freiheit, Freundschaft, Friede, Freude verpflichtet, doch die gesellschaftlichen Gründe, warum es so weit kommen konnte, lägen auf der Hand:  „Wir haben auf unseren Glauben verzichtet und unsere Parameter geändert, indem in dieser Welt Gott durch Geld ersetzt wurde. Die Zivilisation hat sich zu weit von der Natur entfernt und die Nacht zum Tag gemacht.“ Und man habe zumeist aus Bequemlichkeit unsere Werte, mit denen Europa zur „1. Welt“ wurde, vergessen. Trotzdem sehe er aber mit Zuversicht auf die Zeit nach der Krise. Mehr über

 

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Alfred Rákóczi Tombor Tintera, der Consul des Europäischen Weinritterordens im Senatsbüro in Eisenstadt.

Foto: Wilhelm Böhm

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"Banalitäten negieren und zm Wahren, Guten und Schönen streben"

ConsulTomborFotoWilhelmBoehmSCHNAPPEN.AT: Wie wird die Gesellschaft nach dieser Krise ausschauen?

Consul Tombor : Wir werden besser miteinander umgehen als vor der Krise, den ich hoffe sehr, dass wir die Lehren daraus ziehen und dann mit Verantwortung, Respekt und Optimierung im Sinne der Bescheidenheit und der Selbstbeschränkung leben -  denn nur wer sich selbst beschränkt ist frei. Nehmen wir die Transzendenz in unser Leben, um zur Würde zu gelangen. Negieren wir die Banalitäten und streben: zum Wahren, Guten und Schönen.

Veranstaltungen nicht abgesagt, sonder verschoben

SCHNAPPEN.AT: Welche  Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das aktuelle Geschehen beim Europäischen Weinritterorden?

Consul Tombor: Nach außen hin sichtbar ist, dass die Veranstaltungen nicht abgesagt, sondern nur verschoben sind. Nach innen geht die Arbeit voll weiter, weil es bei uns nicht um wirtschaftliche, sondern um die ideellen Werte Europas geht.

Europäische Amtsträger & Videokonferenzen

SCHNAPPEN.AT: Verwendet man intern auch verstärkt die modernen Technologien ?

Consul Tombor: Ja, denn die Konferenzen im Netzwerk der europäischen Amtsträger und darüber hinaus in den Regionen, sprich Consulaten, finden als Videokonferenzen statt.

 

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Freiheit, Gesundheit & der Wein in der Krise

ConsulRakocziTomborTinteraOrdoEquestrisViniEuropaeFotoWilhlemBoehmSCHNAPPEN.AT: Was macht diese Corona-Krise mit ihnen persönlich?

Consul Tombor: Man muss mit Verantwortung damit umgehen und hat ständig abzuwägen zwischen Freiheit und Gesundheit. Dort ist das Spannungsfeld, wo jeder für sich die Antwort finden muss.

Im Wein liegt die Wahrheit

SCHNAPPEN.AT: Welche Rolle spielt der Wein in so einer Krise?

Consul Tombor: Wenn man weiß, dass Gesundheit ein Leben in Wahrheit ist, und diese bekanntlich im Weine liegen soll, dann ist es sicherlich nicht schädlich auch in dieser Krise Wein zu konsumieren.- Natürlich jeder nach seiner Kapazität bzw. Kondition. Das kann ich aus tiefster Überzeugung empfehlen.

 

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Weintrinken als moralische Herausforderung

AlfredRakocziTomborTinteraFotoWilhlemBoehmSCHNAPPEN.AT: Ist das auch moralisch fundiert?

Consul Tombor: Das Weintrinken ist immer auch eine moralische Herausforderung, denn der Genießer hat den Wein zu beherrschen und nicht umgekehrt. Nur so kann er das „Duell“ gewinnen.

Botschafter des Weines

SCHNAPPEN.AT: Die Weinritter sind ja auch Botschafter des Weines? Wie wird sich diese Krise auf die Weinwirtschaft auswirken?

Consul Tombor: Wie jeder andere Wirtschaftszweig wird man Einbußen hinnehmen müssen, denn die Weinwirtschaft ist nicht abgekoppelt von der Gesamtwirtschaft, aber Elite ist zu Optimismus verpflichtet.

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