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Sportvereine tief in der Corona-Krise: Obleute haften sogar privat

Durch die Corona-Krise stehen auch viele Sportvereine vor dem finanziellen Aus. "Viele unserer 15.000 Sportvereine sind dabei finanziell auszutrocknen. Zwar wissen sie nun, wo es Wasser geben wird, aber leider noch immer nicht, wann es fließen wird", schlägt Sport Austria-Präsident Hans Niessl bei der Pressekonferenz am 16.6.2020 in Wien Alarm. Mehr über

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Fotos (c): Sport Austria/Leo Hagen

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Sportvereine klagen: Kein Geld und kein praxistauglicher Spielbetrieb

Die Coronakrise macht vielen Sportvereinen in Österreich schwer zu schaffen. Zahlungen aus dem vom Nationalrat bereits beschlossenen 700 Millionen Euro-Hilfspaket sind bis Juni 2020 noch nicht eingelangt.

Saisonausfälle drohen

Praxistaugliche Konzepte zur Wiedereinführung von Spielbetrieben bzw. Wettbewerben fehlen und Aktivitäten im Spitzen- und im Breitensport sind gefährdet. Inzwischen drohen, insbesondere von Hallen-Mannschaftsportarten, Saisonausfälle. 

Keine Eintrittsgelder, keine Kantinenumsätze, keine Nenngelder, keine Vereinsfeste und -Veranstaltungen sowie weiterlaufende Fixkosten wie Miete, Strom, Gas und Personal schleuderte bereits einige Vereinsobleute in die private Haftung.

Auszahlungen notwendig

"Es könnte tatsächlich in vielen Sportarten zu einem totalen Saisonausfall kommen", befürchtet Sport Austria-Präsident Hans Niessl und meint weiter "um Österreichs Sport in gewohnter Weise am Leben zu erhalten, braucht es jetzt Auszahlungen und praxistaugliche Perspektiven für Spielbetriebe und Veranstaltungen".

 

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Reguläres Boxtraining mit Kontakt wichtig

Marcos Nader, Profiboxer vom Boxclub Bounce in Wien und International IBF Middleweight Champion: "Wenn jetzt im Theater wieder Liebesszenen geprobt werden dürfen und in der Fußball-Bundesliga Mannschaftstraining sowie Zweikämpfe mit Körperkontakt erlaubt sind, sollte auch eine praxistaugliche Perspektive eines regulären Boxtrainings mit Kontakt möglich sein."

Jeder Tag zählt

Der Profiboxer weiter: "Unsere Nachbarländer Deutschland, Tschechien, Slowenien und Ungarn trainieren wieder ganz normal. Wir laufen Gefahr ins Hintertreffen zu gelangen. Für uns Kampfsportler zählt jeder Tag, an dem wir damit wieder beginnen können!"

Wettkämpfe zulassen

Box-Bundestrainer Daniel Nader: "Kampfsport, insbesondere Boxen, hat in den vergangenen Jahren in Österreich einen großen Aufschwung genommen. Durch den Lockdown sind unsere Haupteinnahmequellen weggebrochen. Wichtig ist auch, dass wieder Sparrings und vor allem Wettkämpfe zugelassen werden."

 

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Einbußen beim Simmeringer Sport Club

Miroslav Sraihans, der Obmann des 1. Simmeringer Sport Clubs in Wien: "Durch den Lockdown wurde es unmöglich, Einnahmen zu lukrieren. Im Falle meines Vereins belaufen sich die finanziellen Einbußen auf bislang rund 61.000 Euro. Unsere monatlichen Fixkosten betragen rund 6.000 Euro, Ende Juni sind unsere finanziellen Möglichkeiten erschöpft, obwohl Trainer, Spieler und Mitarbeiter auf vieles verzichten."

"Der Hut brennt!"

"Es wird ohne Unterstützung sehr schwierig, den Verein zu erhalten. Die Planungsunsicherheit wirkt sich negativ auf das Sponsoring aus. Es gibt Absagen bzw. nur bedingte Zusagen, da die Firmen oft selbst zu kämpfen haben", hofft Sraihans auf rasche Unterstützung für Fußballvereine, die maßgeblich zur Gesundheit der Kinder und Jugendlichen beitragen und ein riesiger Wirtschaftsfaktor sind sowie einen wichtigen Beitrag bei Sozialisierung und Integration leisten.

Ersuchen an Ministerium

Sraihans: "Die Vereine bauen auf die baldige Ausschüttung der Mittel und ersuchen das Ministerium nicht noch mehr Zeit verstreichen zu lassen. Es brennt der Hut!"

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Gesperrte Sportanlagen, Einnahmenverluste und wirtschaftlicher Ruin

ThomasLinzerPrasidentUngerSteelOberwartGunnersHansNiesslPraesidentFotoSportAustriaLeoHagenAuch die Basketballvereine in Österreich sind von der Corona-Krise massiv betroffen.

Thomas Linzer, Präsident der Unger Steel Oberwart Gunners: "Der seit vielen Jahren sowohl operativ als auch strukturell massiv unterförderte Sport wird aktuell in Österreich völlig ausgehungert."

"Sportarten hängen in der Luft"

Der Präsident der Gunners weiter: "Abgesehen von Fußball, Skisport und mit Abstrichen Tennis hängen nahezu sämtliche Sportarten, wie z.B. Basketball, derzeit völlig in der Luft. Den betroffenen Verbänden und Vereinen sind Ressourcen, finanzielle Mittel und operative Möglichkeiten abhandengekommen um aktiv tätig sein zu können."

Keine Liquiditätsreserven

Linzer spricht von einer teilweise völligen Lahmlegung der Sportvereine: "Gesperrte Sportanlagen, Einnahmenverluste in den Bereichen Ticketing, Werbung und Sponsoring führen hunderte Vereine in den wirtschaftlichen Ruin, zumal Sportvereine naturgemäß über geringfügige bis keine Liquiditätsreserven verfügen und bis zum heutigen Tage keine einzige Corona-Hilfsmaßnahme bei den Sportvereinen angekommen ist".

Vereine vor der Insolvenz

"Hunderte Vereine stehen formell kurz vor der Insolvenz. Ehrenamtliche Funktionäre haften mit ihrem Privatvermögen! Sportvereine brauchen daher eine unbürokratische Soforthilfe in den nächsten Tagen, eine nachhaltige Aufbauhilfe als Ersatz für fehlende Sponsor-Einnahmen in den nächsten ein bis zwei Jahren und Planungssicherheit im Hinblick auf den Beginn der Meisterschaften 2020/21", betont Thomas Linzer.

 

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