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Industrie-Umfrage: Zuversicht trotz hohem Produktionsausfall

"Über die Hälfte der burgenländischen Industrie produziert aktuell unter 80 Prozent ihrer Kapazitätsgrenze. Trotzdem ist beeindruckend, wie zuversichtlich unsere Industrie der Krise trotzt und wie sie gemeinsam mit den Mitarbeitern die Produktionen am Laufen hält", fasst Manfred Gerger, Präsident der Industriellenvereinigung, der IV Burgenland Ende November 2020 die Ergebnisse einer aktuell durchgeführten Blitzumfrage zusammen. Geringe Kundennachfrage, unzureichende Teststrategien und überlange Absonderungszeiten sind die größten Herausforderungen. Mehr über

Manfred Gerger, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Burgenland.

Fotos: AP, SCHNAPPEN.AT

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Geringe Kundennachfrage & unzureichende Teststrategien

Insgesamt haben 63 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen und die aktuellen Herausforderungen rückgemeldet. Demnach produzieren bis zum Jahresende 2020 rund 50 Prozent der befragten Unternehmen unter 80 Prozent Auslastung. Der Ausblick des Auftragseinganges für das erste Halbjahr 2021 weist auf einen herausfordernden Start ins nächste Jahr hin: 54 Prozent geben den Auftragseingang "Schlechter als im Vorjahr" an, nur vier Prozent rechnen mit einem besseren Eingang.   

Vertrieb bricht weg

Die schwierige Erreichbarkeit von Fern - und auch Nahmärkten führt zu einer geringeren Kundennachfrage. "Wir kommen nicht zu unseren Kunden, sie können uns nicht erreichen. Der Vertrieb bricht weg. Marktzugang ist also existenzentscheidend", so Manfred Gerger.

Die größten Hindernisse

Als große Hindernisse geben die Unternehmen insbesondere die Maßnahmen rund um zulange Testungen (30 Prozent) und Absonderungen nicht erkrankter Mitarbeiter (25 Prozent) an. Die heimische Industrie setzt verstärkt auf privat zu tragende Testmittel (54 Prozent Schnelltests, 45 Prozent PCR Tests), um die Mitarbeiter gesund zu erhalten, weil die öffentlichen Leistungen unzureichend sind", weist Gerger auf das große Engagement der Unternehmen hin. 

Gesamtschaden

Nach Berechnungen vom Chefökonomen der IV, Christian Helmenstein, wird der COVID - Gesamtschaden im Burgenland minus 6,68 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Damit liegt das Burgenland etwas unter dem berechneten Schaden Österreichs mit minus 8,1 Prozent. Über 27 Prozent davon muss im Burgenland die Industrie inklusive dem Sektor Energie verkraften. 

Weitere Lockdowns verhindern

"Es geht nun darum, eine umfassende Corona-Strategie zu entwickeln, um den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden für Österreich möglichst gering zu halten und weitere Lockdowns zu verhindern", fordert Gerger.

Quarantänezeit verkürzen

So empfiehlt die Industrie auch eine Verkürzung der Quarantänezeiten für symptomfreie Kontaktpersonen oder „Freitestungen“ gerade für Schlüsselpersonal.

Gemeinsam

"Die Krise können wir nur gemeinsam bewältigen", appelliert der IV Präsident an jeden Einzelnen, die Maßnahmen einzuhalten, um harte Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung in Zukunft zu verhindern und wieder zu einer Form der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normalität zurückzukehren.

 

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