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8. April: Welt-Romatag & die Volksgruppen-Projekte im Burgenland

Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma, jener weltweite Aktionstag, an dem auf die Situation der Volksgruppe "Roma" aufmerksam gemacht und zugleich ihre Kultur gefeiert wird.

Auch im Burgenland steht die Volksgruppe der Roma an diesem Tag im Mittelpunkt. "Die Roma können stolz auf ihre Kultur sein. Umgekehrt sind sie als Volksgruppe ein unverzichtbarer Bestandteil der burgenländischen Identität und tragen wesentlich zur kulturellen Vielfalt unseres Bundeslandes bei", sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und verwies am 7.4.2021 auf ein eigenes Volksgruppen-Projekt, das anlässlich der 100-Jahr-Feiern im Burgenland geplant ist. Mehr über

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Landeshauptmann Hans Peter Doskozil blättert im Buch "Einfach weg", dem Forschungsprojekt "Die verschwundenen Romasiedlungen des Burgenlandes", das die Geschichte der ca. 140 Romasiedlungen in 86 Gemeinden beschreibt.

Fotos (c): Bgld. Landesmedienservice

 

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Zugang der Roma zu Wirtschaft, Politik & Kultur

Der Welt-Roma-Tag, der seit 1990 jedes Jahr am 8. April begangen wird erinnert unter anderem daran, dass den Roma der Zugang zu Wirtschaft, Politik und Kultur lange verwehrt war. Auch die Geschichte des Burgenlandes zeigt, wie schwer es die Roma hatten: von der Verfolgung unter dem NS-Regime bis hin zu dem Attentat in Oberwart am 4. Februar 1995, bei dem vier junge Roma ermordet wurden. Seitdem ist das öffentliche Bewusstsein für die Probleme der Minderheit gewachsen.

Toleranz & Menschlichkeit

LH Doskozil am Welt-Roma-Tag am 8. April. Foto: Bgld. Landesmedienservice"Auch weiterhin müssen wir uns die Diskriminierung dieser Volksgruppe immer wieder ins Gedächtnis rufen, denn Toleranz und Menschlichkeit sollen im Vordergrund stehen, um im Burgenland ein friedvolles und aufgeschlossenes Miteinander zu ermöglichen", so der Landeshauptmann. Immer mehr Gemeinden, vor allem aber auch die Zivilgesellschaft, werden sich ihrer regionalen Geschichte und Verantwortung bewusst.

Mittlerweile ist es selbstverständlich, dass auf Denkmälern zur Nazizeit auch der Opfer unter den Roma und Sinti gedacht wird. "Diese Symbole des Erinnerns sind wichtig", bekräftigt Doskozil.

100 Jahre Burgenland

Anlässlich der Feierlichkeit des "100 Jahr Burgenland"-Jubiläums sollen auch die Volksgruppen, wie die der Roma und Sinti eine wichtige Rolle im Burgenland spielen.

Volksgruppen- & Brauchtumspflege

"Wir bekennen uns zum respektvollen Umgang mit unserem reichhaltigen kulturellen Erbe und fördern die Volksgruppenvereine im Burgenland mit rund 120.000 Euro jährlich. Zudem können wir Volksgruppenkultur- und Brauchtumspflegeprojekte mit weiteren 100.000 Euro jährlich über das Kulturförderwesen unterstützen. Wir wollen den Zusammenhalt im Burgenland hochhalten und unsere Volksgruppen gerade in unserem Jubiläumsjahr vor den Vorhang bitten", so Doskozil

Förderprogramm

Daher setzt sich das Land im Jubiläumsjahr in besonderer Form mit den burgenländischen Volksgruppen auseinander. Unter den zahlreichen Volkgruppenprojekten, die im Zuge des Förderprogramms zu 100 Jahre Burgenland eingereicht wurden, befinden sich auch mehrere Projekte, die sich mit der Geschichte und Zukunft der Burgenlandroma auseinandersetzen.

Roma 2000

Das Spektrum der eingereichten Projekte reicht von Schulprojekten des Vereins Roma Service über das Projekt "Roma 2000" bis hin zu einem Ausstellungsprojekt aller im Burgenland vertretenen Volksgruppen.

Doskozil dazu: "Wir sind aber noch nicht an unserem Ziel angekommen. Es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung, die Lebens- und Erwerbssituation, aber auch die gesellschaftliche Stellung der burgenländischen Romnija und Roma weiter zu verbessern. In diesem Prozess geht es auch um symbolische Gesten. Der Bereich der wissenschaftlichen Forschung über die Volksgruppen ist dabei genauso relevant wie die kontinuierliche Förderung von arbeitsmarktpolitischen, bildungspolitischen und kulturellen Projekten der Volksgruppe." Aus diesem Grund sind zum 100-jährigen Jubiläum auch eigene Volksgruppen-Projekte in Planung.

"Ich sehe insbesondere die Kultur als Türöffner für das allgemeine Verständnis und den Respekt für andere Volksgruppen", fügte der Landes-Chef abschließend hinzu.

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