Drucken

Corona-Krise: Alten- und Krankenpflege im Burgenland gesichert

100 PersonenbetreuerInnen, die aus Kroatien eingeflogen wurden um die Versorgung im Pflege- und Betreuungsbereich im Burgenland (Österreich) zu garantieren, treten demnächst ihren Dienst im Burgenland an.

Durch die Verstärkung der mobilen Hauskrankenpflege, die Ersatzbetreuungseinrichtung in den Reha-Zentren in Bad Sauerbrunn und Bad Tatzmannsdorf sowie den 500 Euro Trennungsbonus für 24-Stunden-BetreuerInnen, die ihren Turnus um mindestens vier Wochen verlängern, ist die Pflege und Versorgung im Burgenland abgesichert. "Mit unseren Maßnahmen wollen wir sicherstellen, dass keine Burgenländerin und kein Burgenländer unterversorgt ist. Erfreulicherweise greifen diese Maßnahmen sehr gut“, so Soziallandesrat Christian Illedits. Mehr über

2020KroatischePflegerinnenAmFlughafenFotoBgldLandesmedienservice CoronaKrisePflegerinnenGelandetFotoBgldLandesmedienservice LandesratChristianIlleditsBegruesstPflegerinnenFotoBgldLandesmedienservice PflegerinnenInOesterreichGelandetFotoBgldLandesmedienservice

Fotos:  Bgld. Landesmedienservice

Zum Seitenbeginn

 

PflegerInnen aus Kroatien eingeflogen

CoronaKrisePflegerinnenGelandetFotoBgldLandesmedienserviceAm 15.4.2020 landete in Wien Schwechat die Maschine mit 100 PflegerInnen aus Zagreb (Kroatien), um die Versorgung im Pflege- und Betreuungsbereich im Burgenland (Österreich) zu garantieren.

Der Flug wurde gemeinsam vom Land Burgenland und der Wirtschaftskammer Niederösterreich in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Burgenland organisiert.

Nach Corona-Test Dienstantritt

"Die Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer werden in Pinkafeld untergebracht und können nach einer negativen COVID-19 Testung ihren Dienst sofort antreten. Die Testung ist für Donnerstagvormittag angesetzt“, informiert Soziallandesrat Christian Illedits.

Pflege abgesichert

Durch die Verstärkung der mobilen Hauskrankenpflege, die Ersatzbetreuungseinrichtung sowie der Trennungsbonus in Höhe von 500 Euro für 24-Stunden-BetreuerInnen, die ihren Turnus um mindestens vier Wochen verlängern, ist die Pflege und Versorgung im Burgenland abgesichert.

Keine Burgenländer unterversorgt

Mit der Ausweitung der Pflegehotline (057 600 1000) erhalten Betroffene und deren Familien Informationen und können einen etwaigen Pflegebedarf melden. „Mit unseren Maßnahmen wollen wir sicherstellen, dass keine Burgenländerin und kein Burgenländer unterversorgt ist. Erfreulicherweise greifen diese Maßnahmen sehr gut“, so Christian Illedits.

 Zum Seitenbeginn

 

 

Vom Reha-Zentrum zur Pflegeeinrichtung

Um den Mangel an ungarischen 24-Stunden-PflegerInnen zu kompensieren, nahmen die Reha-Zentren in Bad Sauerbrunn und Bad Tatzmannsdorf am 31. März 2020 betroffene pflege- und betreuungsbedürftige Menschen auf.

Das Rehabilitationszentrum Sonnberghof in Bad Sauerbrunn und die Rehabilitationsanstalt der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) in Bad Tatzmannsdorf änderten Ende März 2020 ihre Funktion. Sie stellen insgesamt 150 Betten zur Unterbringung von Pflege- und Betreuungsbedürftigen zur Verfügung, die aufgrund der fehlenden ausländischen 24-Stunden-PflegerInnen nicht mehr in ihren eigenen vier Wänden betreut werden können. Die Infrastruktur mit 150 Betten und Personal ist gegeben.

RehazentrumBadTatzmannsdorfBegehungLandesratIlleditsFotoBgldLandesmedienservice

Begehung im PVA Reha-Zentrum in Bad Tatzmannsdorf mit Landesrat Christian Illedits und Prim.a Univ.Prof.in Dr.in Jeanette Strametz-Juranek mit Zentrumsmitarbeiterinnen.

Foto (c): Landesmedienservice Burgenland

Infrastruktur, Personal & 150 Betten

"Die derzeitige Situation im In- und Ausland ist herausfordernd. Um einem Mangel vorzubeugen, haben wir vorausschauende Schritte gesetzt, um die Versorgung zu gewährleisten. Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass wir kurzfristig Lösungen finden konnten“, erklärt Soziallandesrat Christian Illedits.

Versorgung sichergestellt

Bei der Begehung am 27.3.2020 stellte sich heraus, dass beide Häuser mit der vorhandenen Infrastruktur und dem Personal bestens für den Bedarf geeignet sind. "Die Ausstattung ist ideal und das Personal vorhanden. Der Betrieb wird langsam hochgefahren und dadurch wird gewährleistet, dass alle Betroffenen die benötigte Pflege und Betreuung erhalten. Am wichtigsten ist, dass alle adäquat versorgt werden, das wird hiermit sichergestellt“, so Gesundheitslandesrat Illedits.

Zum Seitenbeginn

 

 

 

Pendeln zwischen Österreich und Ungarn

Am 27.3.2020 fasste Ungarn aufgrund der Corona-Krise den Beschluss, dass sich ungarische Staatsbürger bei der Einreise nach Ungarn in 14-tägige Quarantäne zu begeben haben. Davon betroffen waren besonders im Burgenland, viele pflegebedürftige Menschen, die rund um die Uhr von 24-Stunden-Pflegerinnen aus Ungarn betreut werden.

Mit 1. April 2020 trat an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn eine Änderung in Kraft: Zu Arbeitszwecken wird weiterhin an allen offenen österreichisch-ungarischen Grenzübergangsstellen das Pendeln möglich sein. Berufspendler unterliegen bei der Einreise nach Ungarn zwar einer gesundheitlichen Pflichtuntersuchung, sind jedoch von der 14-tägigen Quarantäneordnung und dem Einreiseverbot für Ausländer in Ungarn befreit.

Zum Seitenbeginn

 

 

500 Euro Bonus für 24-Stunden-Pflege

Das Land Burgenland bezahlt seit 1. April 2020 24-Stunden-BetreuerInnen für ihren Einsatz eine Trennungszulage in der Höhe von 500 Euro.Im Burgenland leben 2.300 Personen in Altenwohnheimen und 2.700 Menschen sind auf die Betreuung von 24-Stunden-Pflegerinnen angewiesen.

Bonus als Trennungsgeld

Der einmalige 500-Euro-Bonus wird an Betreuerinnen ausbezahlt, die ihren Aufenthalt bei den zu Pflegenden um mindestens vier Wochen verlängern. Der Bonus sei als Trennungsgeld für jene zu verstehen, die ihre Familien in den Herkunftsländern nun für eine längere Zeit zurücklassen, erläuterte Illedits. Der Landesrat weiter: „Der Bonus stellt sich als wirksame Initiative heraus.“

Engagement honorieren

"Das Engagement und der Einsatz von 24-Stunden-Betreuerinnen und -Betreuern muss honoriert werden. In der Zeit der Pandemie ist es dem Land Burgenland ein großes Anliegen, den Menschen in dieser schwierigen Zeit gut zur Seite zu stehen und sie bestmöglich zu unterstützen", so Gesundheitslandesrat Christian Illedits.

Zum Seitenbeginn

 

 

Versorgung gesichert: PersonenbetreuerInnen werden eingeflogen

"Jetzt geht es darum, ein Sicherheitsnetz zu spannen, die Versorgungsstrukturen mehrfach abzusichern und kritische Infrastrukturen zu schonen. Deswegen wird eine Luftbrücke eingerichtet", kündigt Soziallandesrat Christian Illedits am 6.4.2020 an, dass PersonenbetreuerInnen aus Kroatien und Rumänien ab 15. April 2020 eingeflogen werden.

Illedits: "Damit ist die Versorgung auf Wochen und Monate gesichert!"

Erste Maschine landet am 15.4.2020

"Die erste Maschine wird am 15. April aus Zagreb abheben und 100 Personenbetreuerinnen für das Burgenland nach Österreich bringen.

Eine zweite Maschine wurde gebucht, sie bietet Platz für weitere 125 Personen, die im Burgenland zum Einsatz kommen werden,“ so Illedits über den aktuellen Stand.

Nach Ankunft zwei Wochen Quarantäne

In Wien Schwechat angekommen, müssen sich die Passagiere aus Zagreb bzw. Timosara in eine zweiwöchige Quarantäne begeben und um dann ihre KollegInnen ablösen zu können. Unterkünfte für die BetreuerInnen wurden bereits vom Land Burgenland organisiert.

„Die Luftbrücke ist ein wichtiger Schritt, vorausschauend die Pflege und Betreuung abzudecken. Wir sind optimistisch, dass wir mit dem burgenländischen Maßnahmenpaket für die 24 Stunden Betreuung die Versorgung für die nächsten Wochen und Monate absichern können“, so Christian Illedits.

Reisebestimmungen geändert: Keine Rumänien-Ausreise

Am 7.4.2020 wurde offenkundig, dass die BetreuerInnen aus Rumänien am 15.4.2020 nicht nach Österreich einreisen dürfen, weil Österreich als sogenannte "Rote Zone" gilt. Soziallandesrat Christian Illedits: "In der Notstandsverordnung wurde festgelegt, dass rumänische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die im Pflege- und Betreuungsbereich tätig sind, das Land aktuell nicht verlassen dürfen. Die Luftbrücke aus Kroatien wird wie geplant stattfinden." Der geplante Flug nach Zagreb um 100 PersonenbetreuerInnen ins Burgenland zu bringen, sei nicht von den Notfallsbestimmungen betroffen, erklärte Illedits am 9.4.2020.

 

 Zum Seitenbeginn

 

 

 

Mindestlohn & Arbeitszeitverkürzung im Pflege- und Betreuungsberuf

LandesratChristianIlleditsFotoPrinzSCHNAPPENatBei den Verhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich einigte man sich auf eine Erhöhung der Kollektiv-Tabelle um 2,7 Prozent und eine inflationsbedingte Anpassung um 0,6 Prozent. Ab 1.1.2022 ist die kollektivvertragliche Normalarbeitszeit von 38 auf 37 Wochenstunden angesetzt. Soziallandesrat Christian Illedits erklärte am 3.4.2020: "Zeiten wie diese zeigen, wie wertvoll und unersetzbar das Personal im Sozialbereich ist. Ich bin froh, dass diese Tätigkeiten honoriert werden. Im Burgenland wurden bereits Vorarbeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen geleistet".

Das Ergebnis der Kollektivvertragsverhandlungen betrifft in Österreich 125.000 Beschäftige, darunter rund 6.000 im Burgenland.Im Burgenland wurde durch den „Zukunftsplan Pflege“ bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung in Bezug auf den Arbeitsmarktfaktor Pflege und Betreuung gesetzt, darunter Initiativen und Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereich Pflege und Betreuung.

Mindestlohn im Pflege- und Betreuungsberuf

Durch die Einführung des Mindestlohns von 1.700 Euro hat das Burgenland eine Vorreiterrolle bei der Entlohnung eingenommen. Um den Pflege- und Betreuungsberuf attraktiver zu gestalten, bedarf es mitunter einer angemessenen Entlohnung. Während in den Betrieben der KRAGES der faire Mindestlohn von 1.700 Euro netto monatlich bereits eingeführt wurde, sollen bis 01.01.2024 jene Partner nachziehen, die eine Tagsatzvereinbarung mit dem Land Burgenland unterhalten.

Ein Meilenstein wurde mit dem Anstellungsmodell für pflegende bzw. betreuende Angehörige geschaffen. Diese Betreuungsverhältnisse sind auch in der aktuellen Situation gesichert. Sie bekommen (in Abhängigkeit von der Pflegestufe) bei einer Vollbeschäftigung den Mindestlohn und sind sozialrechtlich voll abgesichert. „Die Leistungsträger und sogenannten Systemerhalter und Systemerhalterinnen im Pflege- und Betreuungsbereich gelten jetzt als die Heldinnen und Helden. Sie müssen auch dementsprechend entlohnt werden. Umso mehr freut es mich, dass es nun auch bundesweit eine Erhöhung des Lohns geben wird“, so Landesrat Illedits.

Gefahrenzulage für Pflegende

Im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen wurde auch über eine Gefahrenzulage für alle MitarbeiterInnen entschieden, die im Zeitraum von 16.03.2020 bis 30.06.2020 in unmittelbarem, persönlichem Kundenkontakt gestanden sind beziehungsweise stehen werden. Die Höhe der Zulage beträgt für diesen Zeitraum pauschal 500 Euro. Die konkrete Regelung der Anspruchsvoraussetzungen wird noch zwischen den Sozialpartnern geklärt.

 

Zum Seitenbeginn