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2/3 Rückgang am Automarkt & die digitale Zukunft im Autoverkauf

"Die Autobranche musste aufgrund der Covid-19-Maßnahmen über mehrere Wochen die Standorte schließen. Der Pkw-Gesamtmarkt ging im März und April um mehr als 2/3 gegenüber dem Vorjahr zurück", zieht Richard Mieling, Leiter des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit bei der  Porsche Holding GmbH in Salzburg (Österreich) die Corona-Zwischenbilanz. Im Interview mit SCHNAPPEN.AT spricht Mieling im Mai 2020 über die Entwicklung und die Zukunft im Autoverkauf und den neuen Stellenwert des Autos. Mehr über

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Fotos (c): Porsche Österreich

 

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 Pkw-Gesamtmarkt um 2/3 zurückgegangen

PorschehofSalzburgFotoPorscheOesterreichSCHNAPPEN.AT: Lässt sich sagen wie schwer und in welcher Form die Autobranche von der Coronakrise betroffen ist?

Richard Mieling: Die Autobranche ist von der Krise schwer betroffen. Sie musste über mehrere Wochen alle Händler- und Servicestandorte schließen und konnte diese erst schrittweise nach Ostern bzw. überhaupt erst ab 2. Mai wieder öffnen.

Der Pkw-Gesamtmarkt ging in den Monaten März und April um mehr als 2/3 gegenüber dem Vorjahr zurück.

 

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"Geschäft wieder rasch in die Höhe bringen"

SCHNAPPEN.AT: Ist die Situation in Österreich existenzbedrohend? Gibt es Hilfestellungen seitens Land, Bund oder Organisationen?

Richard Mieling: Der Automobilhandel macht gerade eine schwere Zeit durch. Wir haben in Abstimmung mit den Herstellern ein Maßnahmenprogramm für unsere Händler geschnürt, dass neben den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen vor allem die Liquidität sichern soll. Jetzt ist es eben notwendig, das Geschäft wieder rasch in die Höhe zu bringen.

 

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Online-Tools & Telefonkontakt

PorschehofSalzubrgKonzernschaufensterFotoPorscheSCHNAPPEN.AT: War der Autoverkauf in den vergangenen Wochen möglich? Wurden Verkaufsgespräche und Beratungen anders abgewickelt?

Richard Mieling: In der Zeit, in denen die Händlerbetriebe geschlossen hatten, war der physische Autoverkauf nicht möglich. Über Online-Tools konnten die Kunden jedoch Fahrzeuge reservieren. Darüber hinaus waren die Verkäufer mit interessierten Kunden in telefonischem Kontakt.

Wirtschaftlichkeit beim Autokauf

SCHNAPPEN.AT:  Hat sich das Kaufverhalten am Automarkt seit der Krise verändert? Sind andere Fahrzeuge gefragt?

Richard Mieling: Das kann man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass die Kunden im Rahmen ihrer vielleicht eingeschränkteren finanziellen Möglichkeiten, noch kostenbewusster sind und dadurch auf die eine oder andere Ausstattung bei der Bestellung verzichten. Auch wird die Wirtschaftlichkeit im Betrieb des Fahrzeugs eine noch größere Rolle spielen.

 

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Künftig werden digitale Möglichkeiten mehr genutzt

SCHNAPPEN.AT: Denken Sie, dass sich die Art des Autoverkaufes künftig ändern wird?

Richard Mieling: Wir glauben, dass unabhängig von Corona, die digitalen Möglichkeiten beim Autokauf stärker genützt werden.

Car-Konfigurator

Richard Mieling: Das sind beispielsweise die Zusammenstellung seines Wunschautos über den Car-Konfigurator von zu Hause aus. Die finale Beratung und Bestellung wird aber, ebenso wie die Fahrzeugübergabe auch weiterhin beim Händler erfolgen.

 

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 Ankurbelung des Neuwagen-Handels

SCHNAPPEN.AT: Was würde die Autobranche jetzt ganz besonders brauchen?

Richard Mieling: Keine weitere steuerliche Belastung für Autofahrer. Wünschenswert wären staatlich gefördertes Anreize zur Ankurbelung des Neuwagen Handels, in Form einer nach CO2-Ausstoß gestaffelter Ökoprämie bzw. in Form einer Vorsteuerabzugsfähigkeit für betrieblich genutzte Pkw.

Neuer Stellenwert: Auto vermindert Ansteckungsrisiko

SCHNAPPEN.AT: Sind durch die Corona-Krise neue Chancen für die Autobranche erkennbar?

Richard Mieling: Die individuelle Mobilität hat in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert, der auch nach der Krise bestehen bleiben wird. Der geschützte Bereich im eigenen Auto gibt zudem Sicherheit und vermindert das Ansteckungsrisiko. Das Auto hat dadurch einen neuen Stellenwert erhalten.

 

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"Durch digitale Kommunikation mehr Zeit für anderes"

MielingRichardFotoPorscheOesterreichSCHNAPPEN.AT: Wie haben Sie persönlich die vergangenen Wochen der Corona-Krise erlebt?

Richard Mieling: Wie viele andere auch, großteils zu Hause im Homeoffice in Kurzarbeit.

Entfall von Diensteisen

SCHNAPPEN.AT: Gibt es in der Corona-Krise auch positive Aspekte, die in die Zeit danach mitgenommen werden sollten?

Richard Mieling: Die Corona Krise hat gezeigt, dass es auch möglich ist über neue und digitale Kommunikationswege im Kontakt zu bleiben und dass durch den temporären Entfall von Dienstreisen, mehr Zeit für anderes bleibt.

 

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