Terroranschlag in Wien & Menschen, die den Opfern gedenken

Mitten in Wien ereignete sich am Allerseelenabend des 2. November 2020 ein furchtbarer Terroranschlag. An sechs unterschiedlichen Plätzen (vor der Synagoge in der Seitenstettengasse, am Morzinplatz, Salzgries, Fleischmarkt, Bauernmarkt und am Graben) kam es zu Schusswechsel, bei dem zwei Frauen und zwei Männer ihr Leben lassen mussten. 23 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Ein weiterer Toter war der 20jähriger Attentäter, der Anhänger der radikalislamischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), der von der Polizei erschossen wurde. In Österreich wurden die Flaggen der öffentlichen Gebäude auf halbmast gesetzt um die Staatstrauer zu bekunden.

Berührende Szenen mit Kerzen, Lichtern und vielen Menschen, die den Terroropfern gedenken, zeigten sich in den Abendstunden des 9. November 2020 in der Wiener Innenstadt. Mehr über

  • den Terroranschlag in Wien - hier

2020GedenkenDerTerroropferFotoWilhelmBoehm 2020KranzniederlegungTerroranschlagInWienFotoBKADraganTatic GedenkenAnTerroropferFotoWilhelmBoehm

Bild 1: Berührende Szenen in der Wiener Innenstadt: Kerzen, Lichter und Menschen, die den Terroropfern gedenken.

Bild 2: Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Regierungsmitglieder bei der Kranzniederlegung zum Gedenken der Opfer des Terroranschlags in Wien.

Foto (c):  BKA/Dragan Tatic, Wilhelm Böhm

Zum Seitenbeginn

 

 

Islamistischer Hintergrund & Tage der Staatstrauer

Die Wohnung des von der Polizei beim Schusswechsel erschossenen Täters mit islamistischen Hintergrund konnte in Wien-Donaustadt aufgesprengt und durchsucht werden.

Nehammer über die Herkunft des Täters und den islamistischen Terror: "Wir haben den Täter identifiziert. Die Hinweise sind eindeutig, dass es sich um eine radikalisierte Person handelt, die sich dem IS verbunden fühlte."

Aufruf: "Situation gefährlich - zuhause bleiben"

Seit 2.11.2020 läuft eine Großfahndung nach weiteren Tätern. "Wir gehen davon aus, dass es mehrere Täter gegeben hat", sagte Innenminister Karl Nehammer, bei der um 6 Uhr früh abgehaltenen Pressekonferenz am 3. November 2020.

Nehammer rief die Bevölkerung auf: "Bleiben Sie wenn möglich daheim, wenn sie nicht aus beruflichen Gründen das Haus verlassen müssen. Die Situation bleibt gefährlich".

Für 3.11.2020 wurde in Wien die Schulpflicht ausgesetzt.

Innenstadt abgesperrt

Die Innenstadt wurde nach dem nächtlichen Großeinsatz mit schwerbewaffneten Exekutivbeamten, darunter 150 Cobra-, 100 WEGA-, mehr als 100 Streifenpolizisten und 75 Jagdkommando-Soldaten des Bundesheeres, abgesperrt.

Franz Ruf, der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit ließ in Absprache mit den Partnerländern verstärkt Kontrollen an den österreichischen Grenzen vornehmen.

Sicherheitsgefühl

Polizeipräsident Gerhard Pürstl: "Wir erhöhen den Fahndungsdruck, damit die Wiener und Wienerinnen das Sicherheitsgefühl zurückerlangen, wie sie es in unserer Stadt gewohnt sind."

Drei Tage Staatstrauer

Die österreichische Bundesregierung beschloss am 3. November 2020 eine dreitägige "Staatstrauer". Bis 5. November 2020 weht an öffentlichen Gebäude die Trauerbeflaggung, die Flaggen wurden auf halbmast gesetzt.

Erschüttert & betroffen

GedenkenAnTerroropferFotoWilhelmBoehm"Die Republik Österreich war, ist und wird immer eine Nation der Vielfalt, des Dialoges und des Respektes füreinander sein, umso mehr haben die Ereignisse vom 2. November 2020 unser Land schwer erschüttert und betroffen gemacht", so der Wortlaut im Regierungsbeschluss.

Gedenken & bewegende Momente

Einschusslöcher in einer Fassade und Polizeimarkierungen am Boden sind selbst noch eine Woche nach der furchtbaren Terror-Nacht in der Wiener Innenstadt zu erkennen. 

Kerzen, Blumen, Botschaften

Tag für Tag kommen viele Leute in die Innere Stadt nach Wien um den Opfern zu gedenken. Riesige Kerzenmeere erinnern an die unschuldigen Menschen, die am Allerseelen-Abend 2020 ihr Leben lassen mussten und an jene, die verletzt wurden.

An den Orten des Geschehens bleiben Passanten stehen und halten für einige berührende Augenblicke inne. Sie zünden Kerzen an, bringen Blumen und hinterlassen Botschaften gegen Hass und Gewalt. 

Zum Seitenbeginn