Weltmilchtag am 1. Juni und die Bedeutung der Milchviehbetriebe

2020FrischeMilchVonDerBurgenlandKuhFotoPrinzSCHNAPPENatMilch und Milchprodukte zählen zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Lebensmitteln. Im Schnitt trinkt jeder Mensch pro Tag ein Glas Milch. 

Im Burgenland hat die Milchproduktion eine lange Tradition und trägt zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung bei. Der Weltmilchtag am 1. Juni ist ein guter Anlass, um die Bedeutung der Milchwirtschaft und die Leistungen der Milchbäuerinnen und Milchbauern im Burgenland vor den Vorhang zu holen.

Milchviehbetriebe

"Der Weltmilchtag soll auf die Wichtigkeit der regionalen Versorgung mit Milch aufmerksam machen und die fleißige Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern hervorheben. Burgenländische Milchviehbetriebe führen unverändert die österreichische Spitze in der Milchleistungskontrolle punkto Milchkühe je Betrieb, abgelieferte Milchmenge und abgelieferte Inhaltsstoffe an", sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Geschäftsführer der MGN bei NÖM AG Leopold Gruber–Doberer,  Milchbauer und Funktionär bei der Berglandmilch Christian Mittl und der Projektleiterin der Initiative "Gut zu wissen" Katharina Tidl anlässlich des Weltmilchtages 2024 im EZE Einkaufszentrum in Eisenstadt.

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  • die Milchproduktion 2024 im Burgenland - hier
    • weniger Viehbauern - hier
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  • den Weltmilchtag 2021 & die Verteilaktion - hier
    • die heimische Produktion - hier
  • den Weltmilchtag 2020 und die Schwierigkeiten der Milchbauern - hier

Weltmilchtag2024FotoclkBurgenland

Im Bild: Milchbauer und Funktionär bei der Berglandmilch Christian Mittl, Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich, Projektleiterin der LKÖ-Initiative "Gut zu wissen" Katharina Tidl und Geschäftsführer der MGN bei NÖM AG Leopold Gruber-Doberer bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Verteilaktion im EZE Einkaufszentrum in Eisenstadt anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni 2024

Foto (c): LK Burgenland/Tesch-Wessely

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2024 doppelt so viel Milcherzeugnisse im Burgenland als im Jahr 2010


BurgenlandKuhMilchFotoPrinzSCHNAPPENatErhöhte Tierwohlstandards, die neue EU-Bio-Verordnung, steigende Anforderungen der Molkereien und die klimatischen Einflüsse haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass viele Milchviehbauern ihre Produktion einstellen mussten.

Weniger Viehbauern

Auch die Anzahl der Milchlieferanten im Burgenland ist seit dem Vorjahr von 76 auf 71 Betriebe gesunken, drei davon sind Bio-Betriebe. "Hinsichtlich der Viehbestände zählen die burgenländischen Milchviehbetriebe zu den Größten Österreichs, auch in Bezug auf die Milchleistung und die Milchinhaltstoffe ist das Burgenland Spitzenreiter. Die durchschnittliche Kuhanzahl pro Betrieb liegt im Burgenland bei 44, österreichweit liegt dieser Wert bei 24,7", erklärte Nikolaus Berlakovich.

Neben Milch lassen sich Frau und Herr Österreicher jährlich mehr als fünf Kilogramm Butter und 22,5 Kilogramm Käse schmecken. Übrigens: für einen Kilo Butter werden etwa 20 Liter Milch benötigt. 

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Doppelt so viel Milcherzeugnis 

KuhMitGrossemEuterFotoPrinzSCHNAPPENatDie Milchwirtschaft sorgt dafür, dass die Bevölkerung ein wertvolles Grundnahrungsmittel in hoher Qualität und zu leistbaren Preisen zur Verfügung hat. "Der durchschnittlich ausbezahlte Milchpreis an die burgenländischen Lieferanten beträgt zurzeit für Qualitätsmilch zirka 47 Cent/l. Für Bio-Milch beträgt der Nettomilchpreis derzeit rund 54 Cent.

Nicht mal ein Drittel für den Bauern

"Von einem Liter Milch im Geschäft kommt in der Landwirtschaft mit 32,3 Prozent nicht einmal ein Drittel beim Bauern an. Das ist für den hohen Arbeitseinsatz eindeutig zu wenig", betonte Milchbauer und Funktioniär bei der Berlandmilch Christian Mittl und fordert einen kostengerechteren Wertschöpfungsanteil.

"Schaut man sich die Entwicklung der durchschnittlichen Milchanlieferung im Burgenland an", so Mittl, "so kann man sagen, dass ein Betrieb im Burgenland 2023 pro Tag zirka 897 kg Milch angeliefert hat, das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2010, obwohl es 2023 mehr als die Hälfte weniger Milchlieferanten gab".

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Regionaler Einkauf sichert heimische Lebensmittel

Nikolaus Berlakovich, Präsident der LK Burgenland: "Damit auch in Zukunft eine burgenländische Rinder- und Milchwirtschaft gewährleistet ist, gilt es beim Einkauf im Supermarkt auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten.

Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen auf der Lebensmittelverpackung garantieren österreichische Produkte von hoher Qualität. Es braucht jedoch darüber hinaus eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für alle verarbeiteten Produkte".

Inhaltsstoffe

"Wir wollen, dass bereits auf der Verpackung zu sehen ist, woher das Produkt oder die Inhaltsstoffe des Nahrungsmittels stammen. Nur so können unsere Milchbauern für ihre Produkte gerechte Preise erzielen und Konsumenten erhalten Transparenz über die Herkunft des gekauften Produktes“, so Präsident Berlakovich.

29,5 Euro pro Monat für Milch

Von der produzierten burgenländischen Milch werden rund 60 Prozent über die NÖM/MGN und 40 Prozent über BERGLANDMILCH verarbeitet. "Laut AMA geben wir im Monat durchschnittlich 29,5 Euro für Milch, Joghurt und Butter aus. Nur für Wurst und Schinken geben wir monatlich noch mehr Geld beim Einkauf aus (33 Euro)", erläuterte Geschäftsführer der MGN bei NÖM AG Leopold Gruber-Doberer.

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Initiative "Gut zu wissen": Herkunftsangaben von Speisen

RohmilchUnpasteurisiertFotoPrinzSCHNAPPENatIsst man in Lokalen oder Fremdküchen ist es oft schwer bis gar nicht zu erkennen, woher die Zutaten für die Mahlzeiten, im Besonderen Eier, Fleisch sowie Milch & Milchprodukte kommen. Seit 1. September 2023 besteht die Verordnung in der Gemeinschaftsverpflegung zur verpflichtenden Herkunftsangabe von Speisen, die Fleisch, Milch und Eier enthalten. Das große Umdenken wirft nun die Frage auf, wie man die neuen gesetzlichen Verpflichtungen am einfachsten umsetzen kann.

Herkunftskennzeichnung

Die Initiative "Gut zu wissen" bietet ein einfaches transparentes Herkunftskennzeichnungssystem mit jährlicher Kontrolle durch unabhängige Kontrollstellen. Das "Gut zu wissen"-Zertifikat der Landwirtschaftskammer Österreich erfüllt die Kriterien der Verordnung nach §5 Absatz 2 (BGBL vom 16. März 2023) und ersetzt somit die Kontrolle durch die Lebensmittelbehörde.

1200 Betriebe

Die Beratungs- und Umsetzungsunterstützung durch das Gut zu wissen-BeraterInnen-Team ist kostenlos.

"Jetzt liegt es in den Händen der Individualgastronomie wie Restaurants, Hotellerie, Cafés oder Familienbetrieben auf freiwilliger Basis an der Initiative "Gut zu wissen" teilzunehmen um sich ihren Wettbewerbsvorteil auf einfach Weise zu sichern. Bis jetzt haben wir fast 1.200 teilnehmende Betriebe in ganz Österreich. Im Burgenland sind bereits das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, das Theresianum, Gymnasium Wolfsgarten und das Haus St. Martin der Caritas in Eisenstadt dabei", erklärte die Projektleiterin Katharina Tidl bei der Pressekonferenz in Eisenstadt.

Auf einen Blick

"Mit der Initiative ‚Gut zu wissen, wo unser Essen herkommt‘ wird ein Zeichen gesetzt, um für jeden die Herkunft auf einen Blick einfach und klar erkennbar zu machen. Diese Initiative gibt Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit, Ihr Essen nach Herkunft und Qualität zu wählen", wendet sich Tidl an Betriebe an der Aktion teilzunehmen. 

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 Weltmilchtag 2021 und die Vertielaktion von regionalen Produkten

Milch ist reich an wichtigen Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Am 1. Juni 2021 wurde weltweit der Weltmilchtag gefeiert. Aus diesem Anlass fand in der Fußgängerzone in Eisenstadt im Burgenland (Österreich) eine Milchverteilaktion statt. "Heimische Milchbauern produzieren regionale Milch und Milchprodukte von höchster Qualität mit höchten Tierschutz- und Tierwohlstandards", betonte Burgenlands Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich. Mehr über

  • den Weltmilchtag und die heimische Produktion - hier
  • den Weltmilchtag 2020 und die Schwierigkeiten der Milchbauern - hier

Die Milchverteilaktion in der FUZO in Eisenstadt: Seminarbäuerin Helga Bruckner, LK-Präsident Nikolaus Berlakovich, Andrea Tobler, Carina Laschober-Luif, Bgm. Thomas Steiner, Johann Weber, Georg Menitz und Tierschutzdirektor Franz Vuk

Fotos (c): Hettlinger/LK Burgenland

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 Heimische Landwirtschaft stärken

Die 3500 Milchkühe, die in den 82 Milchviehbetrieben im Burgenland leben, produzieren jedes Jahr 25 Millionen Kilogramm Milch. Auf eine Kuh entfallen durchschnittlich 7.300 Kilogramm.

Österreichische Herkunft

"Unsere Bauern haben auch in der Krise konstant das wichtige Lebensmittel Milch geliefert. Regionalität bedeutet auch Unabhängigkeit von internationalen Märkten und Transportketten", erklärte Nikolaus Berlakovich bei der Milchverteilaktion wie wichtig das AMA-Gütezeichen und das AMA-Biozeichen sind. Berlakovich: "Beide garantieren die österreichische Herkunft. Der bewusste Griff zu so gekennzeichneten Produkten stärkt nicht nur die heimische Landwirtschaft, er garantiert höchste Qualität und leistet zusätzlich durch kurze Transportwege einen positiven Beitrag zum Klimaschutz."

Versorgungssicher

Thomas Steiner, der Eisenstädter Bürgermeister dazu: "Es ist heute vor allem auch der Tag um Danke zu sagen: Danke an unseren Milchbäuerinnen und Bauern für ihre tägliche Arbeit und auch danke an den Konsumenten. Wer regionale Milchprodukte kauft, der kauft damit nicht nur wertvolle Lebensmittel, sondern sichert damit auch Arbeitsplätze, Lebensqualität und Versorgungssicherheit."

Rinderhaltung

Die Haltung von Rindern und anderen Wiederkäuern ist die Voraussetzung für die Erhaltung und Pflege unserer abwechslungs- und artenreichen Kulturlandschaft.

Johann Weber, Vorsitzender des Tierschutzausschusses der Burgenländischen Landwirtschaftskammer: "Milch ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung. Die heimischen Milchbauern leisten durch ihre Arbeit auch einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung und Erhaltung unserer vielfältigen Kulturlandschaft. Unsere schöne Landschaft wird durch das Grünland aufgelockert und bietet der Tier- und Pflanzenwelt einen mannigfaltigen Lebensraum. Zusätzlich ist sie wichtiger Bestandteil der Tourismuswirtschaft in unserem Land."

Weltmilchtag2021FotoHettlingerLKBurgenland

 

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  • Mehr über den Weltmilchtag 2020 und die Schwierigkeiten der Milchbauern - hier
    Interview mit Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich über die Corona-Krise - hier
  • Interview mit Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich - hier
  • Infos über weitere interessante Veranstaltungen - hier