Oberwart: Haus der Volksgruppen, ein Meilenstein im Burgenland

Mit der Unterzeichnung eines "Letter of Intent" wurde am 21. Jänner 2021 ein Meilenstein in der Volksgruppenpolitik des Burgenlandes besiegelt. Das Land Burgenland errichtet gemeinsam mit den Vertretern aller Volksgruppenorganisationen im ehemaligen Internat in Oberwart (Österreich) ein "Haus der Volksgruppen".

Damit werden nicht nur die Identität, Geschichte und Gegenwart des Burgenlandes gewürdigt, sondern es beginnt ein neues Kapitel in der Volksgruppenpolitik. Künftig sollen im neuen Zentrum Veranstaltungen und Feste von und mit den Volksgruppen stattfinden und es intensiv auf Jugendarbeit und Integration gesetzt werden.

"Dieses Haus wird einerseits koordinierende Stelle innerhalb der Volksgruppen sein, andererseits ist es nach außen ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des Miteinanders. Daher wird es auch öffentlich zugänglich sein und Platz für Information, Schulungen, Workshops und Feste bieten", so der Landeshauptmann.  Mehr über

Vertreter der burgenlländischen Volksgruppenorganisationen und Landeshauptmann Doskozil vor dem ehemaligen städtischen Internat, dem zukünftigen "Haus der Voksgruppen" in Oberwart
 
Fotos (c): Bgld. Landesmedienservice
 

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Das "Haus der Volksgruppen" zum 100-jährigen Jubiläum 

LetterOfIntentFotoBgldLandemedienserviceDer Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, der Kroatische Kulturverein im Burgenland, das Roma Service, das hkdc - Kroatisches Kultur- und Kokumentationszentrum, sowie die VHS der Roma und die VHS der Ungarn werden im Haus der Volksgruppen ihren fixen Platz finden.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: "Wir realisieren gemeinsam ein Jahrhundert-Projekt zum 100-jährigen Jubiläum des Burgenlands. Das ‚Haus der Volksgruppen‘ wird ein einzigartiger Ort der kulturellen Vielfalt und Begegnung sein."

Kosten

Die Kosten des Umbaus sind mit etwa 17 Millionen Euro veranschlagt. Das Land wird das Projekt vorfinanzieren und gemeinsam mit der Stadt Oberwart einen finanziellen Beitrag zu den Mietzahlungen leisten.

Ins Zentrum

Das alte Internat, das 1977 erbaut wurde, ist mit dem Gästehaus Oberwart verbunden, das als "Gastgeber" das Haus für Interessierte öffnet.

"Diese intensive und laufende Nutzung wird das Haus beleben, daher haben wir auch diesen Standort gewählt", erklärte Landeshauptmann und Kulturreferent Doskozil.

Zudem rückt das Haus die Volksgruppen nicht nur symbolisch, sondern auch örtlich ins Zentrum der Stadt. Das freut auch die Stadtgemeinde Oberwart, die das Projekt durch unterschiedliche Maßnahmen und Beschlüsse unterstützt.

Enorme Bereicherung

HausDerVolksgruppenOberwartFotoBgldLandesmedienserviceBürgermeister Georg Rosner: "Durch dieses Gebäude wird gemeinsam mit dem neuen Krankenhaus Oberwart, den umliegenden Sportstätten, dem Ärztezentrum, den Lokalen und Betrieben, den bestehenden Schulen sowie der in Planung befindlichen neuen Volksschule ein eigenes Viertel entstehen, das eine enorme Bereicherung für Oberwart darstellt." 

Aufwertung

Ludwig Frauer, der Vertreter des Burgenländisch-Ungarischen Kulturverein zeigt sich höchst erfreut: "Die Realisierung wertet unsere Arbeit auf und legt den Grundstein dazu, dass der Fortbestand unserer burgenländischen Vielfalt auch in den nächsten Jahren fortbesteht und sich entwickelt."

Jahrhundertprojekt

Martin Ivancsics vom Kroatischen Kultur- und Dokumentationszentrum: "Es wird hier ein Jahrhundertprojekt geschaffen, das die identitätsgebende Rolle der burgenländischen Volksgruppen unterstreicht und gleichzeitig konkrete Vorteile für unsere Volksgruppenarbeit bringt. Dieses Projekt ist österreichweit einzigartig."

Zukunftschance

Der Kroatische Kulturverein im Burgenland sieht das geplante Volksgruppenhaus als Zukunftschance für einen verstärkten Austausch zwischen den burgenländischen Volksgruppen, für die Intensivierung des Miteinanders mit allen BurgenländerInnen und für die Sichtbarmachung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt des Landes Burgenland.

Ort der Begegnung

Josef Buranits, Vertreter des Kroatischen Kulturvereins im Burgenland: "Das Volksgruppenhaus soll ein Ort der Begegnung, des kulturellen Austausches sein und das friedliche Miteinander in Österreich und in Europa fördern.

Heimische Volksgruppen

"Das Burgenland schafft hier ein Vorzeigeprojekt in Europa. Die autochthonen burgenländischen Volksgruppen haben so die Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu entwickeln und zu präsentieren", fasst Emmerich Gärtner-Horvath, Beiratsvorsitzender der Volksgruppe der Roma zusammen.

 

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