"Es geht um Würde am Lebensende und darum, wie wir Menschen bestmöglich begleiten und unterstützen können", so Landesrat Leonhard Schneemann bei der Podiumsdiskussion "Forum Palliativ" Ende März 2026 in der Klinik Oberwart im Burgenland (Österreich).
Im Bild: Soziallandesrat Leonhard Schneemann (2.v.l.) mit Diplomgesundheitskrankenpflegerin Angelika Feichtner (Bereich Pflege), Ärztin Christina Kaneider und Wolfgang Stangl (v.l.) im Zuge der Veranstaltung in der Klinik Oberwart. Foto (c) Landesmedienservice Burgenland
Assistierter Suizid
Im Veranstaltungssaal hielten Ärztin Christina Kaneider sowie Diplomgesundheitskrankenpflegerin Angelika Feichtner Vorträge zum assistierten Suizid. Nach der Begrüßung durch Soziallandesrat Leonhard Schneemann folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema. "Das Thema des Abends, das Spannungsfeld des assistierten Suizids berührt uns alle, persönlich, gesellschaftlich und politisch. Es geht vor allem um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit dem Lebensende umgehen", sagte Schneemann.
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Fotos (c): Burgenländisches Landesmedienservice
Podiumsdiskussion Ende März 2026 in Oberwart
Für den Landesrat bewegen sich die Menschen in einem sensiblen Dreieck, zwischen Selbstbestimmung, Schutz und Fürsorge. Auf der einen Seite steht der nachvollziehbare Wunsch vieler Menschen, über das eigene Lebensende selbst entscheiden zu können. Besonders dann, wenn schweres Leiden, Krankheit oder Verlust an Autonomie das Leben prägen.
Im Bild: Landesrat Leonhard Schneemann bei der Podiumsdiskussion. Foto: Burgenländisches Landesmedienservice
Zwischen Selbstbestimmung und Verantwortung
Auf der anderen Seite steht die gemeinsame Verantwortung, Menschen in verletzlichen Situationen zu schützen.
"Es geht um Würde am Lebensende, und darum, wie wir Menschen bestmöglich begleiten und unterstützen können", so Landesrat Schneemann in Oberwart.
In Österreich gibt es einen klar geregelten Weg. Durch das Sterbeverfügungsgesetz gibt es klare Voraussetzungen, mehrere Gespräche sowie Wartefristen und die verpflichtende Aufklärung über Alternativen.
"Das ist entscheidend, denn echte Selbstbestimmung gibt es nur dort, wo Menschen wissen, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Wo sie Zugang zu guter medizinischer Versorgung bekommen und nicht zwischen Leiden und Tod wählen müssen, sondern zwischen mehreren Wegen", erklärte Leonhard Schneemann.
Hospiz und Palliativ: Angebote
Das Burgenland setzt auf zwei Säulen, zum einen gibt es die Hospizbegleitung: die Sterbebegleitung, die überwiegend von Ehrenamtlichen getragen wird.
Zum anderen gibt es die Palliativversorgung: Dabei geht es um die Erhaltung und Verbesserung von Lebensqualität bis zum Tod, nicht um die Lebensverlängerung.
35 Prozent sterben im Burgenland zu Hause
"Beides gehört zusammen und bildet ein Netz, das Menschen am Lebensende auffängt. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass rund 35 Prozent der Burgenländischen Bevölkerung zu Hause stirbt, deutlich mehr als in anderen Bundesländern", so Schneemann.
Soziale Dienste Burgenland
Die mobile Palliativversorgung wird seit 2021 über die Soziale Dienste Burgenland GmbH gebündelt.
Das Süd-Team betreut Oberwart, Güssing und Jennersdorf, das Nord-Team ist für die Bezirke Neusiedl am See, Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf zuständig. Die Teams betreuen Menschen in ihren eigenen vier Wänden und begleiten Angehörige intensiv.
Die Hospizversorgung wird von sechs Teams getragen: Rotes Kreuz, Diakonie und Soziale Dienste Burgenland. Ab sofort erfolgt die Koordination hauptamtlich, Ehrenamtliche arbeiten weiter in der Begleitung, doch die Organisation ist professionell gesichert.
Historischer Meilenstein
Mit dem stationären Hospiz in Oberpullendorf setzt das Land einen historischen Meilenstein: Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant, dann werden dort zehn Betten zur Verfügung stehen. Es entstehen Synergien mit Pflegeheim und Klinik, zudem ist es ein Ort der Geborgenheit, verbunden mit professioneller Betreuung.
Im Bild: BesucherInnen bei der Podiumsdiskussion "Hospiz und Palliativ" in Oberwart im Burgenland (Österreich). Foto: Burgenländisches Landesmedienservice
Mobile Hospizangebote in allen Bezirken
Parallel läuft der Ausbau mobiler Hospizangebote in allen sieben Bezirken. Weiters wird durch das Projekt "Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheimen" Qualität in die Pflegeheime gebracht und die Palliativkompetenz flächendeckend in der Pflege verankert.
Für Soziallandesrat Leonhard Schneemann ist klar: "Niemand dürfe sich für den Tod entscheiden, weil Alternativen fehlen" „
Schneemann weiter: "Unsere Aufgabe als Landesregierung ist der ständige Ausbau von Palliativ- und Hospizangeboten, die Unterstützung und Entlastung von Angehörigen sowie die Sicherstellung von qualifizierten, niederschwelligen Angeboten“, fügte Soziallandesrat Leonhard Schneemann hinzu.
Welthospiztag am zweiten Samstag im Oktober
Am zweiten Samstag im Oktober ist der Welt Hospiz- und Palliative Care-Tag, der 2005 eingeführte Welthospiztag. Jener internationale Gedenk- und Aktionstag, der auf oft tabuisierte Themen wie das Sterben, den Tod und die Trauer aufmerksam machen soll. An diesem Tag wird auch an die wertvolle Arbeit der professionellen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen im Hospizbereich erinnert.
Das Burgenland ist das einzige österreichische Bundesland, dass bis 2025 über keine eigene Hospizstation verfügt. Das soll sich bald ändern. 2026 geht die geplante stationäre Hospiz- und Paliativbetreuung in Betrieb.
Erstes stationäres Hospiz
Das erste stationäre Hospiz entsteht in Oberpullendorf, die mobilen Teams werden landesweit ausgebaut, um die Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen grundlegend zu verbessern.
Ab Winter 2026/27 werden im ersten stationären Hospiz des Landes in Oberpullendorf zehn Betten zur Verfügung stehen.
Baubeginn 2025
Schon Ende des Jahres 2025 soll der Baustart erfolgen. Der Standort direkt neben der Pflegeeinrichtung und Klinik Oberpullendorf wird von den Sozialen Diensten Burgenland (BPB) betrieben. "Hospiz- und Palliativversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung – daher haben wir uns die bestmögliche Versorgung und den Ausbau zum Ziel gesetzt", betont Soziallandesrat Leonhard Schneemann.
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- die Hospiz- und Palliativversorgung im Burgenland: Baubeginn 2025 - hier
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Im Bild: Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Pflegeservice Burgenland GmbH und Soziallandesrat Schneemann.
Fotos (c): Büro Landesrat Schneeman
Palliativversorgung im Burgenland
Bereits seit 2021 sind zwei Mobile Palliativteams über die Sozialen Dienste Burgenland (BUP) mit Standorten in Eisenstadt und Güssing im Einsatz. "2024 wurden 653 Personen durch die beiden Teams betreut", erklärte Soziallandesrat Leonhard Schneemann am 5. August 2025.
Würdevoll und schmerzfrei
Das Angebot wird durch eine Neuorganisation der mobilen Hospizteams, die schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen zu Hause begleiten und unterstützen, komplettiert. "Oberstes Ziel ist es, ein würdevolles, schmerzfreies und selbstbestimmtes Leben bis zum Tod zu ermöglichen", so der Soziallandesrat.
Die ehrenamtlichen Hospizteams, die eine spezielle Ausbildung absolvieren, bieten umfassende Unterstützung:
· Psychosoziale Betreuung durch Gespräche, Hilfe bei der Lebensbewältigung und Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen wie Patientenverfügungen
· Spirituelle und seelsorgerische Begleitung für religiöse Bedürfnisse
· Alltagsunterstützung und Koordination von Pflegediensten zur Entlastung betreuender Angehöriger
· Umfassende Beratung zu Pflegeleistungen und Sterbeprozess
Finanzierung und Qualitätsstandards
Die Finanzierung für das, für Betroffene kostenfreie Angebot erfolgt künftig über das Hospiz-Palliativfondsgesetz in einer Drittelfinanzierung durch Land, Bund und Sozialversicherungsträger. Neue Verträge mit Trägern gewährleisten die Versorgung nach adaptierten Qualitätskriterien. "Eine hauptamtliche Koordination pro Versorgungsregion wird künftig bei den Trägern angestellt und kümmert sich um die Organisation der Ehrenamtlichen und jener, die Unterstützung benötigen", so Schneemann.
Regionale Aufteilung
Zwei Versorgungsregionen werden künftig über die Landestochter SDB organisiert:
· Oberpullendorf – mit dem ersten stationären Hospiz als zentralem Baustein
· Güssing/Jennersdorf – als zusammengefasste Versorgungsregion
In den übrigen Regionen (Neusiedl, Eisenstadt-Umgebung, Mattersburg und Oberwart) werden Verträge mit bewährten Trägern abgeschlossen.
"Hospiz- und Palliativversorgung wird im ganzen Land flächendeckend ausgebaut", fasst Schneemann die Bedeutung des Projekts zusammen.
Oktober 2024: Hospiz- und Palliativversorgung im Burgenland geplant
Im Burgenland sprachen Soziallandesrat Leonhard Schneemann und Johannes Zsifkovits, der Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland (SDB), bei einer Pressekonferenz im Oktober 2024 über die Wichtigkeit der Hospiz- und Palliativversorgung. Schneemann: "Allein 2023 wurden für den Hospiz- und Palliativbereich im Burgenland rund 900.000 Euro aufgewendet, unter anderem für Maßnahmen wie die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Pflegeeinrichtungen für die Arbeit mit Hospiz- und Palliativklientinnen und -klienten oder die Etablierung mobiler Hospizteams in jedem Bezirk."
Meilenstein: Stationäre Hospiz
Der Soziallandesrat weiter: "Als zentralen Meilenstein im Aus- und Aufbau der Hospiz- und Palliativversorgung planen wir gerade das erste stationäre Hospiz im Burgenland, das in Oberpullendorf errichtet werden und schon 2026 in Betrieb gehen soll. Um eine optimale und würdige Versorgung von Nord bis Süd auch im Palliativ- und Hospizbereich gewährleisten zu können, planen bzw. sind wir bereits in Umsetzung eines Ausbaus der Versorgung auf allen Ebenen, von der mobilen bis zur stationären Betreuung."
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Soziallandesrat Leonhard Schneemann und soziale-Dienste-Burgenland-Geschäftsführer Johannes Zsifkovits.
Fotos (c): Landesmedienservce Burgenland
2024:Burgenland einziges Bundesland ohne Hospizstation
Das Burgenland ist das einzige österreichische Bundesland, dass bis 2024 über kein stationäres Hospiz verfügt, deshalb soll in Oberpullendorf ein eigenes stationäres Hospiz errichtet werden. Die Planungen laufen bereits, die Betreiber, die Landesunternehmen Soziale Dienste Burgenland bzw. Burgenländische Pflegeheim BetriebsGmbH geht von der Inbetriebnahme im Jahr 2026 aus.
Erstes stationäre Hospiz
Schneemann: "Damit schließen wir die Lücke der Versorgung vollständig."
Zehn Betten
Das geplante stationäre Hospiz soll zehn Betten zur Palliativversorgung beherbergen. 25 Voll- und Teilzeitbeschäftigten, von denen ein großer Teil aus Pflegekräften bestehen soll, die auf Palliativbetreuung spezialisiert sind werden im stationären Hospiz arbeiten. Daneben sollen Fachexpertinnen und -experten aus den Bereichen Soziale Arbeit, Psychologie, Psychotherapie, Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Diätologie sowie Verwaltungspersonal das multiprofessionelle Team vervollständigen.
Mobile Hospizteams
Ein weiteres Kernstück der Palliativ- und Hospizversorgung im Burgenland, sind mobile Hospizteams, die sterbende Menschen und ihre Angehörigen bis zum Schluss begleiten und nun im Burgenland etabliert werden. Künftig gibt es pro Bezirk jeweils ein mobiles Hospizteam mit einer hauptamtlichen Hospizkoordination, mit Ausnahme der Bezirke Güssing und Jennersdorf, die ein gemeinsames Team bekommen.
Hospizteam für Kinder
Hinzu kommt außerdem ein spezielles Hospizteam für Kinder. "Hier leistet das Land Burgenland seinen Beitrag, denn auf Basis des burgenländischen Mindestlohns werden die Gehaltskosten gefördert. Derzeit laufen ganz intensiv Gespräche und Verhandlungen mit den Trägern, um das Projekt flächendeckend im Land umzusetzen", so Schneemann, der auch auf die Unterstützung der Teams durch Ehrenamtliche hinwies: "Pro Bezirk finden sich zehn bis 20 Ehrenamtlichen, die bei der Begleitung und Pflege auf den letzten Weg unterstützen. Da zeigt sich wieder das große Herz und das Miteinander im Burgenland."
Bis jetzt: Zwei Mobile Palliativteams
Bereits jetzt betreuen die Sozialen Dienste Burgenland PalliativpatienInnen im gesamten Burgenland durch zwei mobile Palliativteams. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, erfolgt die Betreuung der schwer erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen von Eisenstadt und Güssing aus. An den beiden Standorten sind derzeit insgesamt zwölf Personen beschäftigt. Die Teams arbeiten eng mit den jeweiligen stationären Einrichtungen wie Palliativstationen oder Onkologie, aber auch mit HausärztInnen sowie der Hauskrankenpflege zusammen. Weitere Unterstützung bei der mobilen Palliativversorgung erfolgt durch Psychologinnen und Psychologen, PhysiotherapeutInnen sowie ÄrztInnen, die auf Honorarbasis mitarbeiten und bei Bedarf hinzugezogen werden können.
Uverzichtbare Arbeit
SDB-Geschäftsführer Johannes Zsifkovits sagte: "Durch die mobilen Palliativteams können Menschen bei schwerer Krankheit länger in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn sie dies wünschen. In diesem Bereich wird unverzichtbare Arbeit geleistet, wobei der Fokus der Betreuung nicht nur auf den erkrankten Personen liegt, sondern auch auf den Angehörigen, die in diesen belastenden Situationen ebenfalls Unterstützung benötigen."
Betreut
Im Jahr 2023 wurden durch die mobilen Palliativteams insgesamt 557 Personen betreut, während es bis Oktober 2024 bereits 537 Personen waren. Die Betreuung im Jahr 2023 erfolgte durch mehr als 2.300 Hausbesuche, wobei rund 7.400 Betreuungsstunden geleistet wurden. Bis Oktober 2024 haben die mobilen Palliativteams bereits 7.057 Betreuungsstunden verzeichnet. Im Jahr 2023 legten die Teams insgesamt 132.148 Kilometer im Einsatz für die burgenländische Bevölkerung zurück.
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