Burgenland & die vorsorglichen Luftmessungen von Asbest

TaskforceBurgenlandAsbestFotocLandesmedienserviceBurgenlandNachdem Greenpace am Freitag eigene Untersuchungsergebnisse zum Asbestgehalt von Gesteinsmaterialien veröffentlicht hat, informierte das Land Burgenland am 26. Jänner 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz über die fachliche Einordnung, die geplanten Vorsorgemaßnahmen sowie die Einrichtung einer Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität".

Im Bild: Pressegespräch "Luftmessungen zu Asbest im Burgenland".  Foto (c) Landesmedienservice Burgenland

Derzeit keine Gefährdung

Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Wissensstand keine akute Gesundheitsgefährdung. Entscheidend für die gesundheitliche Beurteilung ist nicht der Asbestanteil im Gestein oder in gebundenen Materialien, sondern ausschließlich eine mögliche Belastung der Atemluft.

Taskforce eingerichtet

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte, dass das Thema Asbest mit der gebotenen Sorgfalt behandelt werde, gleichzeitig aber sachlich einzuordnen sei: "Asbest ist ein sensibles Thema. Wir nehmen jede Information, die eine potenzielle Gesundheitsgefährdung betreffen könnte, ernst und haben umgehend reagiert. Ein interdisziplinäres Team aus Experten bildet eine Taskforce, die die weiteren Schritte fachlich und wissenschaftlich begleiten wird. Gesundheitsrelevant ist nicht das Gestein, sondern die Luft. Genau dort setzen wir jetzt mit Vorsorgemaßnahmen an." 

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  • die Luftmessungen zu Asbest im Burgenland - hier
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Markus Schreier, Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion, Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner und Michael Kochberger, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, bei der Präsentation der Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität". 

Fotos (c): Landesmedienservice Burgenland

 

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Asbest-Luftmessungen: "Zur Zeit kein Grund zur Sorge"

SchreinerTemmelHaiderWallnerDoskozilDornerKochbergerFotocLandesmedienserviceBurgenlandMit den Asbest-Luftmessungen an ausgewählten Standorten soll eine gesundheitliche Bewertung systematisch durgeführt und über einen längeren Zeitraum vergleichbar erfasst und fachlich einordenbar gemacht werden.

Im Bild: Markus Schreier, Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion, Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner und Michael Kochberger, beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger. Foto (c)Landesmedienservice Burgenland

LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner über den Transparenzanspruch: "Wir werden die Ergebnisse der Luftmessungen offenlegen und verständlich erklären. Die Bevölkerung soll nachvollziehen können, was gemessen wird und was diese Werte bedeuten."

Ergebnisse werden veröffentlicht

Alle Ergebnisse sollen auf der Website des Landes Burgenland veröffentlicht werden, ergänzt durch eine übersichtliche Landkarte und FAQs für die Bevölkerung. Außerdem werde eine telefonische Hotline für Fragen aus der Bevölkerung eingerichtet, auch für Gemeinden werde es einen Ansprechpartner geben. 

Auch Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner bekräftigte die Wichtigkeit, bei diesem sensiblen Thema rasch zu handeln und die erforderlichen Schritte zu setzen. Es wird daher auch in den vier Steinbrüchen in den Bezirken Oberwart und Oberpullendorf weitere detaillierte Beprobungen geben, aus denen man dann auch ableiten kann, welche Maßnahmen bei Bedarf noch einzuleiten sind, so der Landesrat.  

Fachlich unbestritten ist, dass Asbest in bestimmten Gesteinen, wie etwa Serpentinit, natürlich (geogen) vorkommen kann und auch daher auch in mineralischen Rohstoffen gebunden enthalten sein kann.

Lungengängige Asbestfasern

Der allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige Michael Kochberger erklärte: "Der Nachweis von gebundenen Asbestgehalten in mineralischen Rohstoffen ist nicht gleichzusetzen mit einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung. Entscheidend ist, ob lungengängige Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden können.

"Der Massengehalt an Asbest wiederum", so Kochberger, "entspricht nicht zwangsläufig dem Massenanteil der Asbestminerale, da erst durch eine mechanische Zerkleinerung erkennbar wird, in welchem Ausmaß Asbestfasern aus den Asbestmineralen entstehen können."

"Die Beurteilung des Risikos, das aus Asbestgehalten in mineralischen Rohstoffen ausgeht, erfolgt durch Bestimmung der Freisetzbarkeit in die Umgebungsatmosphäre der für die Gesundheit relevanten Asbestfasern, auch auf die Größe der Fasern kommt es an", fügte Kochberger hinzu.

Asbestfasergehalt in der Raumluft

Zur Einordnung der Messergebnisse ist wichtig: Für den Asbestfasergehalt in der Raumluft gibt es einen rechtlich verbindlichen Grenzwert im Arbeitnehmerinnenschutz von 10.000 lungengängigen Asbestfasern pro Kubikmeter Luft.

Grenzwert

Dieser Grenzwert gilt für Arbeitsbereiche, insbesondere in Innenräumen, und ist kein Grenzwert für die öffentlichen Interessen im Sinne der Bevölkerung und für die Umwelt generell. Für die Außenluft, in Wohngebieten oder auf Spielplätzen existieren derzeit keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte.

Es bestehen lediglich Richtwerte für Innenräume, deren Übertragung auf Außenbereiche fachlich schwierig ist und anlassbezogen bewertet werden muss. Als Beispiel nennt DI Kochberger im Land verbaute Asbestzementdächer (Eternit), die - so sie nicht mechanisch beansprucht werden, nur ein geringes Emissionspotential besitzen, obwohl Asbestzement bis zu 20% Asbestfasern enthält. 

"Vorsorgeabklärung Luftqualität"

Mag. Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce, erläuterte beim Pressegespräch: "Die fachliche Arbeit der Taskforce setzt hier an, um Messergebnisse medizinisch korrekt einzuordnen. Messungen über einen längeren Zeitpunkt sind notwendig, um Vergleichbarkeit herzustellen."

Expertenteam

Die Taskforce besteht aus Experten aus Umweltmedizin, Forschung, Verwaltung und Recht. Geleitet wird sie von Hans-Peter Hutter von der Med Uni Wien beziehungsweise seinem Vertreter Hanns Moshammer.

Weiters besteht die Taskforce aus Andreas Temmel, dem gerichtlichen Asbest-Sachverständigen Michael Kochberger, dem Molekularbiologen und Vorsitzenden des Expertenbeirats für Forschung des Landes Ulrich Elling, Landesumweltanwalt Michael Graf und der Amtssachverständige Andrea Schröck.

Steinbrüche

In einem ersten Schritt wird ein Messkonzept erstellt. Die vorsorglichen Luftmessungen sind an ausgewählten Standorten geplant, beginnend dort, wo Greenpeace Gesteinsproben entnommen hat und im Umfeld der getesteten Steinbrüche. Die Ergebnisse werden folglich von den Expertinnen und Experten interpretiert und Handlungsempfehlungen werden abgeleitet, die bindend umgesetzt werden. Der Austausch mit den zuständigen Ministerien erfolge regelmäßig, so Temmel. 

Medizinisch derzeit kein Grund zur Sorge

Aus medizinischer Sicht gäbe es derzeit jedenfalls keinen Anlass zur Sorge. Der burgenländische Amtsarzt und Vertreter der burgenländischen Landessanitätsdirektion Markus Schreier versicherte: "Derzeit liegen den Gesundheitsämtern im Burgenland keine Hinweise auf vermehrte Erkrankungen im Zusammenhang mit Asbest vor."

Dennoch nehme man das Thema sehr ernst, wie Landeshauptmann Doskozil abschließend noch einmal betonte: "Wir klären etwaige Belastungen sachlich, transparent und auf Basis wissenschaftlicher Kriterien. Es gibt keinen Grund zur Verunsicherung, aber sehr wohl einen klaren Auftrag zur Vorsorge. Genau das setzen wir jetzt um."

 

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