Niederösterreich: "Goldene Kelle" für herausragende Bauten

Die "Goldene Kelle" ist die höchste Auszeichnung des Landes Niederösterreich für außergewöhnliche Baugestaltungen mit einer ausgewogenen Einfügung in das Orts- und Landschaftsbild. Im Oktober 2020 wurden im Glassalon Neuhaus in Weißenbach an der Triesting in Niederösterreich acht Preisträger ausgezeichnet.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Verleihung der "Goldenen Kellen", die coronabedingt in kleinem Rahmen stattfand: "Die Baukultur eines Landes stellt ebenso wie Musik und Kunst eine wichtige Basis für das Selbstverständnis einer Gesellschaft dar." Mehr über

  • die herausragenden niederösterreichischen Bauprojekte wie
    • die Alte Spinnerei in Oberwaltersdorf - hier
    • die Sanierung des Pfarrhofes in Eggenburg - hier
    • der Einfamilienhaus-Neubau in St. Peter in der Au - hier
    • das Stone under Wood-Projekt in Groß Gerungs - hier
    • die Wohnwerkstatt in Laa an der Thaya - hier
    • die Sanierung des Bauernhauses in Jagenbach - hier
    • den Kultur- und Veranstaltungssaal "W4-Wein-Genuss-Kultur" in Röschitz - hier
    • den Um- und Zubau beim Weinbaubetrieb in Kritzendorf - hier

Foto (c): NLK Christoph Bertos, Anja Grundböck, Rupert Steiner, Romana Fürnkranz

 

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Revitalisierung der "Alten Spinnerei" in Oberwaltersdorf

Alte SpinnereiOberwaltersdorfFoto(c)ChristophBertosErrichtet als Produktionsstätte für 200 Arbeiter und 27 Spinnmaschinen fiel die Fabrik nach dem 2. Weltkrieg in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf, bis eines Tages jemand auf den malerischen Gebäudekomplex aufmerksam wurde.

Wohnen in ehemaliger Fabrik

Mit dem Ziel, die denkmalgeschützte Industriebrache vor dem drohenden Verfall zu bewahren, erwarb Richard Pfaffstaller nach und nach das Areal von drei unterschiedlichen Eigentümern und machte sich auf die Suche nach einem passenden Partner für ein umfangreiches Sanierungsprojekt.

Entstanden ist in Oberwaltersdorf im Bezirk Baden ein Wohnquartier in einem nahezu im Originalzustand erhaltenen Industriedenkmal mit architektonisch ansprechenden Lofts, umgeben von Sichtziegelwänden, Eisenstützen und original Maschinenteilen. Wer hier wohnt, weiß sich in einer ehemaligen Fabrik.

 

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Pfarrhof-Sanierung in Eggenburg

PfarrhofEggenburgFoto(c)ChristophBertosErbaut 1534 als dreigeschoßiger Renaissancebau zählt der Pfarrhof zu den ältesten Gebäuden in Eggenburg im Bezirk Horn und zu den wertvollsten Pfarrhöfen in Niederösterreich.

Ganze Epochen

Als Zeuge seiner durch Umbauten geprägten Baugeschichte, haben sich in ihn bautypologisch ganze Epochen eingeschrieben. Im 18. Jahrhundert fiel er an die Gemeinde, seit 1792 diente dieser als Pfarrhof. Die behutsame Generalsanierung samt Einbau einer komplett neuen Haustechnik wurde durch viele tausend Stunden freiwilliger Helfer unterstützt und überhaupt möglich gemacht.

Strenge Vorgaben

Unter strengen Vorgaben des Denkmalschutzes wurden architektonische Veränderungen vorgenommen, der Saal im Obergeschoss behindertengerecht vom Garten aus erschlossen, die nachträgliche Vermauerung der gartenseitigen Außenmauer entfernt und der Eingangsbereich mit dem begrünten Innenhof verbunden. Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung.

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Einfamilienhaus mit T-förmiger Baukörpergeometrie

NeubauEinfamilienhausInStPeterInDerAuFoto(c)RomanaFuernkranzAls geradezu maßgeschneidertes, durchdachtes und kompaktes Raumsystem kann man das Wohnhaus von in St. Peter in der Au im Bezirk Amstetten bezeichnen.

Farben

Die T-förmige Baukörpergeometrie mit mittigem Stiegenhaus untergliedert das Gebäude in vier unterschiedliche Funktionsbereiche, die hinsichtlich ihrer Orientierung und Dimensionierung auf die Wohnbedürfnisse wohl abgestimmt sind. Die eingesetzten Materialien und Farben lassen die optimierten Raumgrößen äußert großzügig erscheinen.

Komplett in Massivbauweise errichtet setzt der Neubau haustechnisch auf einen hochwertigen Standard mit verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Mit seiner unprätentiösen Formgebung ruht der helle kubische Baukörper souverän in der Mostviertler Landschaft.

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Stone under Wood mit Rundumblick in Groß Gerungs

2020StoneUnderWoodGrossGerungsChristophBertosGetrennt aber doch nahe beieinander war die Vorgabe, die Untergrabung des alten Holzhauses die tollkühne Entwurfsidee der baulichen Erweiterung. Das Ergebnis wurde ein Bauwerk als Teil der Landschaft. Der klassischen Architektur der Bauernhäuser "unten Stein, oben Holz" folgend, wurde der Unterbau aus statischen Gründen in Stahlbeton errichtet und mit Naturstein verkleidet.

Atrium und Birke

Ein innen liegendes Atrium mit neu gepflanzter Birke als Erinnerung an die einst als Kind gepflanzte, versorgt innere Räume mit Tageslicht und bei Bedarf auch mit Frischluft. Die großen Fensterfronten der äußeren Räume ermöglichen einen Rundumausblick in die unberührte Natur. Das symbiotische Zusammenspiel der unterschiedlichen Baustile und verwendeten Materialien vermittelt Tradition wie auch Innovation.

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Wohnwerkstatt "Haus CC" in Laa an der Thaya

WohnwerkstattLaaAnDerThayaFoto(c)RomanaFuernkranzAuf der Suche nach einer passenden Wohnimmobilie stießen die heutigen Eigentümer auf eine verlassene baufällige Autowerkstatt aus den zwanziger Jahren, örtlich zentral und direkt am Mühlbach gelegen.

Trotz Abbruchratschlag

Trotz der Ratschläge vieler Baufirmen zum Abbruch, fiel die Entscheidung den Altbau zu retten und mit neuer Bedeutung zu versehen. So wurde die ehemalige KFZ-Werkstatt zum Wohntraum, der einstige Lagerplatz zum begrünten, uneinsehbaren Innenhof, der vom straßenseitigen alten Einfahrtsgebäude und ehemaligen Verkaufsraum räumlich abgeschlossen wird.

Alte Werkstattlampen

Vorhandene bauliche Relikte wie die langen Stahlträger, Sichtziegelwände, Kappendecken, oder die typischen Industriefenster und das alte Werkstatttor wurden instandgesetzt und die alten Werkstattlampen in der Küche erinnern noch heute an damals.

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Sanierung des Bauernhofes in Jagenbach im Bezirk Zwettl

BauernhausInJagenbachFoto(c)ChristophBertosUrkundlich bereits 1795 erwähnt, steht die Hofanlage des alten Bauernhofes in Jagenbach im Bezirk Zwettl für eine die Kulturlandschaft prägende anonyme bäuerliche Architektur, die aufgrund des strukturellen Wandels im ländlichen Raum ihre früheren Nutzungszwecke verloren hat.

Originalgetreu

Bei diesem überlieferten baulichen Erbe wurde Wiederherstellbares originalgetreu saniert, Neues behutsam integriert und für eine heute zeitgemäße Wohnnutzung adaptiert. Wärmedämmende Maßnahmen im Boden, an der Decke zum Dachboden und an den straßenabgewandten Wänden verbessern nun die Energiebilanz ebenso wie die eingebaute Wandheizung.

Zeugnis früherer Baukultur

Der verglaste Windfang als neuer Hauseingang bringt in den Wintermonaten die Sonne und somit die natürliche Wärme ins Haus. Elisabeth Schrenk und Rainhard Maierhofer entschieden sich für die authentische Erhaltung des Objektes und bewahrten damit ein lebendiges Zeugnis früherer Baukultur.

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Veranstaltungssaal W4-Wein-Genuss-Kultur in Röschitz

WeinGenussKulturRoeschitzFoto(c)RupertSteinerAls in Röschitz das Gasthaus mit großem Veranstaltungssaal geschlossen wurde, begab sich der Gemeinderat auf Standortsuche für eine bauliche Alternative. Die Wahl fiel auf ein, für den Weinbauort Röschitz, passendes Areal in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den bewirtschafteten Weinbergen und den traditionellen Kellern der Winzerbetriebe.

Architektur-Wettbewerb

Nach einem Architektur-Wettbewerb und gemeinschaftlichen Entwicklungsprozess entstand ein Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Gebietsvinothek und Restaurantbetrieb als klassischer Pavillontypus, der die Weinviertler Landschaft von allen Richtungen ins Innere holt.

Trennwände

Mobile Trennwände machen den Veranstaltungssaal, je nach Bedarf in seiner Größe variabel, vom angrenzenden Gastbetrieb und der Vinothek mit Weinen von 43 Winzern aus der Region abtrennbar.

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Um- und Zubau des Heurigenbetriebes in Kritzendorf

UmbauWeinbauRespergerKritzendorfFoto(c)RomanaFuernkranzUrsprünglich landwirtschaftlich genutzt, wurde der älteste Heurigenbetrieb Kritzendorfs aufwändig saniert, vergrößert und durch ein Wohngeschoß erweitert.

Gebäudesilhouette

Trotz des zusätzlichen Volumens blieb die straßenseitige Gebäudesilhouette aufgrund einer gut überlegten Dachausformung unverändert. Die schwierige einseitige Belichtungssituation, bedingt durch die geschlossene Feuermauer, wurde mit natürlichen Lichteintrag über Dachflächenfenster, galerieartigem Stiegenhaus und raumhohen Fenstern in Richtung Innenhof gelöst.

Große Fenster

Mit den großen Fensterfronten wurde der atriumartige Hof, damals wie heute Herzstück der Lokalität, ins Innere geholt und der Charme des Hauses aus 1550 trotz vieler Eingriffe und neuer Akzente erhalten.

 

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