Die Nördlichen Felsenpinguine und ihr Brutverhalten wurden vom Tiergarten Schönbrunn in Zusammenarbeit mit der Universität Wien genau untersucht. Die dazu im Oktober 2026 erschienene Studie belegt, dass es innerhalb der Pinguin-Paare deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.
Im Bild: Felsenpinguine in Schönbrunn. Foto: (c) Daniel Zupanc
"Die Weibchen übernahmen einen größeren Anteil am Bebrüten der Eier, während die Männchen deutlich mehr Zeit in den Nestbau investierten", erklärte Erstautorin Lisa Macdonald vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie.
Männchen als Diebe
Die Männchen waren dabei keineswegs zimperlich: Sie begannen häufiger körperliche Auseinandersetzungen und stahlen deutlich öfter Nistmaterial.
Doch männliche Felsenpinguine zeigten auch eine sanftere Seite. Nach dem Schlupf beteiligten sich beide Geschlechter am Wärmen der Küken. Dabei ließ sich kein eindeutiger Unterschied zwischen Weibchen und Männchen feststellen.
Gemeinsame Zeit
Außerdem zeigten die Forschungsergebnisse, dass Pinguin-Paare, bei denen mindestens ein Küken schlüpfte, mehr Zeit in der Nähe voneinander verbrachten als Paare ohne Schlupferfolg.
Im Bild: Lisa Macdonald und Rasmus Praefke untersuchten das Verhalten der Felsenpinguine. Foto: (c) Daniel Zupanc
Im Rahmen der Studie beobachtete und filmte das Forschungsteam 13 Felsenpinguin-Paare während der Brutsaison 2024 über drei Monate. Anschließend wertete es die Aufnahmen aus und analysierte die Daten statistisch.
Macdonald: "Die Ergebnisse zeigen, dass Weibchen und Männchen während der Brut unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben übernehmen. Ob die Paare diese Aufgaben tatsächlich miteinander koordinieren, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten."
Stark gefährdet
Nördliche Felsenpinguine gelten laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet. In ihrer Heimat im südlichen Atlantik machen ihnen Überfischung, Umweltverschmutzung und der Klimawandel stark zu schaffen.
Umso wichtiger sind die Haltung und Erforschung dieser Art in wissenschaftlich geführten zoologischen Gärten. Der Tiergarten Schönbrunn koordiniert seit 2015 das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Nördliche Felsenpinguine, führt das internationale Zuchtbuch und pflegt die weltweit größte Kolonie in Zoos.Die erfolgreiche Nachzucht trägt nicht nur zum Aufbau einer Reservepopulation bei, sondern schafft auch besondere Voraussetzungen für die Forschung.
Im Bild: Brutverhalten der Felsenpinguine. Foto: (c) Daniel Zupanc
Wildbahn
"In der Wildbahn wäre es aufgrund des abgelegenen Verbreitungsgebiets und der großen Kolonien kaum möglich, so gute Daten zu einzelnen Paaren zu sammeln. Dass der Tiergarten diese Art so erfolgreich nachzüchtet, war für uns daher eine tolle Chance, das Brutverhalten über eine gesamte Saison hinweg genau zu untersuchen", so Rasmus Praefke vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.
Erkenntnisse
Auch Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck sagte: "Wissenschaftlich geführte Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung bedrohter Tierarten. Studien wie diese helfen uns, ihre Biologie besser zu verstehen und daraus Erkenntnisse für den Schutz ihrer wildlebenden Artgenossen zu gewinnen."
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2025 Zwölf Pinguin-Küken im Tiergarten Schönbrunn in Wien geschlüpft
Im Tiergarten Schönbrunn schlüpften 2025 gleich 12, der stark gefährdeten Nördlichen Felsenpinguin-Küken, die seit Ende Juni 2025 von Tiergarten-BesucherInnen beobachtet werden können.
Im Bild: Felsenpinguin-Küken im Tiergarten Schönbrunn in Wien. Foto: (c) Daniel Zupanc, Tiergarten Schönbrunn
Die ersten beiden Lebenswochen wurden die Kleinen von ihren Eltern versorgt, anschließend kamen sie in die Obhut des Tierpflegerteams und wurden anfangs dreimal täglich gewogen und gefüttert.
Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck: "Aktuell sind die Küken in einem eigenen Bereich im Polarium, wo sie nun Schritt für Schritt lernen, Futterfische aus dem Wasser zu holen."
Reservepopulation
Hering-Hagenbeck weiter: "Klimawandel, Überfischung und die Verschmutzung der Meere zählen zu den zentralen Bedrohungsfaktoren für Nördliche Felsenpinguine. Die Tiere in zoologischen Gärten bilden eine wichtige Reservepopulation."
Im Bild: Zwei nördliche Felsenpinguine in Schönbrunn. Foto (c) Daniel Zupanc, Tiergarten Schönbrunn
Jubiläum
Das Jahr 2025 ist übrigens für den Tiergarten Schönbrunn ein Jubiläumsjahr: Seit genau zehn Jahren koordiniert der Wiener Zoo das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Nördliche und Südliche Felsenpinguine.
"Wir halten nicht nur die größte Zuchtgruppe Nördlicher Felsenpinguine, sondern haben auch die europaweit erfolgreichste Nachzucht – allein heuer mit zwölf Jungtieren", so Sabine Frühwirth, die zoologische Assistentin im Tiergarten Schönbrunn und Zuchtbuchführerin der Felsenpinguine.
Europäische Zoos
"Über 100 Nachzuchttiere von uns sind in anderen europäischen Zoos zu finden und wir konnten neue Zuchtgruppen aufbauen und unser Wissen weitergeben. Das verdanken wir unserem engagierten Tierpflegerteam, das jedes Jahr genau analysiert, wie sich die Zucht dieser stark gefährdeten Art noch weiter verbessern lässt", fügt Frühwirth hinzu.
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2023: Zehn Felsenpinguine in Wien geschlüpft
Freude im Tiergarten Schönbrunn in Wien: Zehn Felsenpinguine, die mit ihren gelben Federbüscheln auf dem Kopf besonders hübsch anzusehen sind, schlüüften im Tiergarten Schönbrunn. Traurig ist allerdings ihre Situation in der Wildbahn. Aufgrund von Überfischung ist die Art stark gefährdet.
Lieblingsküken
Umso erfreulicher ist, dass im Tiergarten Schönbrunn in Wien (Österreich) 2023 gleich zehn Küken geschlüpft sind, die seit 1. Juni 2023 im sogenannten "Kindergarten" des Polariums zu beobachten sind. Das Lieblingsküken der Tierpfleger ist jenes, dessen Vater im November 2016 geschwächt, dehydriert und leicht verletzt vor der Küste Australiens aufgefunden wurde. Gesund gepflegt übersiedelte der Pinguin nach Wien und wurde nun Vater. Mehr über
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Auch 2020 zehn Pinguin-Küken im Tiergarten Schönbrunn
Am 29. Mai 2020 öffneten in Österreich nicht nur die Freibäder, die Hotels und die Freizeitbetriebe, sondern auch der Innenbereich des 270 Jahre alten Tiergarten in Schönbrunn.
Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck vom Tiergarten Schönbrunn über den Nachwuchs bei den Pinguinen, der Ende Mai erstmals für die BesucherInnen zu sehen war: "Im April sind zehn Pinguin-Küken geschlüpft. Die erste Zeit werden sie von ihren Eltern versorgt. Vater und Mutter wärmen die Küken abwechselnd und füttern sie mit vorverdautem Fischbrei. Später übernehmen sie unsere Tierpfleger in ihre Obhut und ziehen sie hinter den Kulissen groß. Sie füttern die Küken und wiegen sie, um ihre Gewichtszunahme zu kontrollieren. Nun sind die Küken groß genug, um im Polarium wie in einem Kindergarten gemeinsam betreut zu werden".
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2020: Mit Mund-Nasen-Schutz & Besucherlieblinge
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Tickets reservieren & Schlange stehen vermeiden
Revierleiter Ludwig Fessl über die Aufzucht der Pinguine
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